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Untergrund vorbereiten und grundieren – So geht’s!

Quarzmehl BeBatec SLD, feinster Füllstoff zum Andicken von Harzen für Kratzspachtelungen, Ausgleichspachtelungen

Themen-Übersicht zu Untergrund vorbereiten und grundieren

Bestandsaufnahme

Im Tagesgeschäft als Profi begleiten Dich immer wiederkehrende Fragen und Punkte, wenn Du eine potentielle Kundenanfrage für ein neues Projekt bekommst. Im Regelfall stellt sich der laienhafte Auftraggeber einen neuen Bodenbelag vor und er hat Dich (…und vielleicht noch andere) auserwählt, ihm die notwendige Beratung zukommen zu lassen und ein Angebot zu erstellen. Bestenfalls wirst Du ihm gewogen sein und Du erhälst den Auftrag.

Damit das genauso klappt und auch nach der Ausführung für lange Zeit Zufriedenheit und mangelfreie Nutzung gewährleistet ist, erwartet der Kunde nicht nur einen akzeptablen Preis, sondern auch eine fachliche Ausführung. So komisch es klingt – aber das Thema ist einfach und komplex gleichermaßen.
Aus einfacher Sicht betrachtet, möchte Dein Kunde einen Boden, der ihm gefällt und funktioniert. Du möchtest bei diesem Job Geld verdienen und erwartest, dass nach der Ausführung nie Mängel auftreten, die Dich bares Geld kosten.
Ich erzähle Dir an dieser Stelle nichts Neues. Korrekt den Untergrund vorbereiten, neben Deiner fachlichen Kompetenz und der richtigen Materialauswahl sind das „A und O“ für eine erfolgreiche Ausführung. Zugegeben, es ist ein Drahtseilakt, dem Kunden das Gesamtpaket zu vermitteln. Denn normalerweise hat der Kunde nur seinen neuen Boden im Kopf und nicht annähernd eine Vorstellung davon, was alles vorab zu beachten ist. Widmen wir uns demnach übergangslos den komplexen Themen.

Rohboden ansehen und analysieren

Für jedes Projekt gibt es eine feste Ablauffolge von zu prüfenden Punkten, die für Dich kalkulatorisch, technisch und aus Sicht Deiner eigenen Sicherheit relevant sind. In vielen Fällen reichen optische Begutachtungen aus. In einigen Fällen wirst Du Hilfsmittel benötigen, welche ich Dir im Anschluß dieses Abschnittes aufzeige.

Neubau oder neu eingebrachter Rohboden:

  1. Ist der Rohboden ausreichend trocken.
  2. Wurde der Boden schwimmend oder im Verbund eingebracht (Bei schwimmenden Systemen siehst Du zwischen Boden und Wand Randdämmstreifen.)
  3. Hat die Oberfläche des Rohbodens eine Sinterschicht, starke Blasen oder zeigt er andere gravierende Mängel auf.
  4. Ist der Rohboden wirklich eben, hat er Wellen oder bestehen sogar Höhenunterschiede zu anderen Räumen oder Flächen.
  5. Gesetzt dem Fall, es wird ein bauseitiges Gefälle benötigt – entspricht es den Anforderungen.
  6. Sind im Rohboden Risse, Nester, Löcher oder Fehlstellen sichtbar.
  7. Hat der Rohboden Dehnfugenschnitte und sind diese fachgerecht ausgeführt und sauber.
  8. Hat der Rohboden die richtige Gesamthöhe und passt diese vom geplanten Bodenaufbau des gewünschten Systems.

Bestandsboden:

Kontrolliere alles nach Punkten Neubau und überprüfe zusätzlich.

  1. Sind die Wände trocken und schimmelfrei.
  2. Sind Sockel vorhanden und wenn bereits entfernt, wie ist der Zustand der Sockelanschlüsse.
  3. Sind Altbeläge restlos entfernt, auch alte Kleber, Fixierungen usw.
  4. Sind alte nasse Stellen, ölige oder fettige Stellen vorhanden?
  5. Sind Bestandstüren, Zargen, Rohre, Leitungen usw. vorhanden und kommst Du an diesen Stellen überall mit Deinem neuen Bodensystem ran, dahinter, darunter.

Prüfmethoden:

Natürlich nimmst Du das Projekt erst einmal augenscheinlich wahr. Schon Dein geschulter Blick verrät Dir sehr schnell den Gesamtzustand und vermittelt Dir den ersten Eindruck, wie sauber das Vorgewerk gearbeitet hat.
Unabhängig davon, welches Bodensystem eingebracht werden soll, ermittelst Du die Ebenheit des Bodens mit einer langen Wasserwaage oder einem Richtscheid. Achte auch darauf, dass Du in den Eckbereichen kontrollierst. Rohböden „schüsseln“ gern. Das heisst, die Eckbereiche sind spürbar höher als die Fläche und verursachen schnell zusätzlich 3 bis 4 Stunden Schleifarbeiten oder eben der Materialverbrauch steigt enorm.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob der Boden tragfähig und frei von Sinter- oder Fremdschichten ist, führst Du einen Abriss-Test durch. Hierbei wird etwas Grundierharz auf eine Stelle aufgebracht und eine Hälfte eines kleinen Stückes Armiergewebe eingelegt. Nach Aushärtung kannst Du durch Abreissen feststellen, ob das Ganze ohne oder eben mit sehr viel Kraftaufwand zu lösen ist. Löst sich der Streifen leicht oder beim Abriss kommt eine Oberschicht des Rohbodens mit, heisst es intensiv schleifen bzw. fräsen. Je nach Größe und Umfang artet das dann auch in Kugelstrahlen aus und wird dem Auftraggeber spätestens hier zum ersten Mal die Tränen kommen lassen.

Da, wo ein Richtscheid, der Meterstab und die optische Kontrolle nicht reichen, bieten sich schnelle aber auch ausgiebige Test’s an, um den Feuchtegrad oder Temperaturen zu messen.

CM-Feuchtemess-Set
CM-Feuchtemessung
Thermo-Hygrometer
Thermo-Hygrometer
Betonfeuchtemesser MT-200
Betonfeuchtemesser MT-200
Betonfeuchtemesser MT-D4
Betonfeuchtemesser MT-D4

Deine Untergrundprüfung ist abgeschlossen.
Je nach Zustand des Rohbodens gilt es nun festzulegen, was grundsätzlich als Vorbereitung getan werden muss, um grundieren zu können. Natürlich richten sich diese Vorbereitungsarbeiten nach festen Größen.

Das Wichtigste hierbei ist der technische Aspekt. Hierzu kleine Beispiele.
Soll ein Parkettboden mit langen Schiffsbodendielen vollflächig verklebt werden, wirst Du wohl leichte Bodenunebenheiten ignorieren können. Legst Du einen Steinteppich ohne besondere Anforderungen, sind leichte Setzrisse egal und Du musst diese nicht verharzen – solltest aber sicherstellen, dass Du alle Stellen bearbeiten kannst und legst besonderes Augenmerk auf den doch erhöhten Systemaufbau und die Abschlüsse bei Raumangrenzungen. Bei fugenlosen mineralischen Böden wirst Du akurat ausgleichen müssen und Wand-Bodenanschlüsse genauestens im Auge behalten. Grundsätzliche Vorbereitungen sind also stark abhängig vom nachfolgenden Bodensystem. Die technischen Merk- und Verarbeitungsblätter sollten also geläufig sein.

Folgend kommt der fachliche Aspekt. Feucht und nass heisst Stopp. Hier ist vorab zu klären, ob sich das Problem zeitlich lösen lässt oder ob die Nässe immer wieder auftauchen könnte. Bauwerkstechnische Mängel sind prinzipiell vor dem neuen Boden zu beseitigen, da Du mit dem Einbringen des neuen Bodens immer für die Funktionalität garantierst und auch haftbar gemacht wirst, wenn es nicht hinhaut. Das Ganze nennt sich stillschweigende Abnahme der Vorleistungen. Ignorierst Du diese Unzulänglichkeiten, hast Du als Fachmann den vorprogrammierten Mangel billigend in Kauf genommen.

Schlußendlich greift dann noch der optische Anspruch des Auftraggebers und natürlich Dein eigener Anspruch. Es ist meiner langjährigen Erfahrung geschuldet, Dir an dieser Stelle zu sagen, dass ein genügsamer Auftraggeber, dem das alles sonst zu teuer ist, sehr schnell seine Meinung ändert, wenn es bei der Abnahme um das liebe Geld geht. An das oberflächliche Abwinken und der Aussage: „Die paar Wellen machen doch nix…“ erinnert sich der Kunde fast nie. Hier gibt es nur 2 Möglichkeiten. Entweder Du bleibst stur und Deiner Kompetenz treu oder Du fixierst die optischen Auswirkungen vorab schriftlich mit Unterschrift vom Auftraggeber.

PS: Das schriftliche Hinweisen auf Haftungsausschlüsse bezüglich technischer oder fachlicher Unzulänglichkeiten kannst Du Dir sparen. Hier gibt es knallharte Gerichtsurteile. Ich fasse mich kurz: Der Auftraggeber ist nichtwissend. Der Auftragnehmer ist Fachmann. Entweder Fachmann macht es richtig oder er lässt komplett die Finger davon. Macht es der Fachmann, muss es funktionieren. Ende.

Schritte festlegen

Wie bereits erwähnt, stehen nachfolgende Ausführungsschritte in direkter Abhängigkeit vom Zustand des bestehenden Bodens und der Auswahl des neu einzubringenden Bodens. Gehen wir vom Schlimmsten aus und paaren das mit dem Anspruchsvollsten, dürfte nachfolgend für Dich alles abgedeckt sein, um mit der Auswahl für Dich in Frage kommender Punkte erfolgreich Projekte umzusetzen.

Abdecken & Abkleben

Schütze den Bestand, angrenzende Bauteile, Arbeitsbereiche und Laufwege, als wäre es ein Heiligtum. Sauberkeit ist eine Tugend, die nicht nur gern gesehen, sondern von Kunden hoch geschätzt wird.

Abdeckvlies, Malervlies, Vlies
Abdeckvlies
Klebeband Gewebe blau
Gewebe-Klebeband
Masker-Blue
Maskenbandfolie
Handmaskgerät 3000
Masker-Maschine

Sinterschichten, Blasen & Rückstände

Die Größe der Fläche, der Arbeitsaufwand, der Untergrund an sich und die Anforderungen des neuen Bodens bestimmen die Vorgehensweise.

  • Beton, Zementestriche, also klassische mineralische Untergründe werden entweder kugelgestrahlt, wenn es sich um große zugängliche Bodenflächen handelt. Üblich sind hier Tiefgaragen, Einkaufszentren, Lager und Hallen oder Industrieböden. Da Du in seltensten Fällen diese Arbeiten selbst ausführst, wendest Du Dich hierfür an regional spezialisierte Firmen. Die Geräte sind doch sehr monströs und lange Anfahrten verteuern die Angelegenheit gewaltig. Gute Firmen bieten diese Leistungen pro m² an.
    Kleinere Flächen kannst Du in der Regel selbst bearbeiten. Sanierfräsen oder große Winkelschleifer mit Frästelleraufsatz gibt es bei namhaften Firmen, wie Makita, Festool, Bosch, Flex, über den Fachhandel oder auch zum Ausleihen.
  • Für alle Untergründe, also auch Holz, Verbundplatten, Trockenböden, Anhydritte, bei denen nur angeschliffen werden muß, eignen sich Tellerschleifmaschinen, aber auch normale Rotationsschleifer. Die jeweiligen Schleifblätter sollten hier mindestens eine Körnung von 60 bis 80 haben. Feinere Körnungen setzen schnell zu und erschweren schnell die Arbeit.
  • Sehr oft sieht man bei neu eingebrachten Estrichen viele, eigentlich in der Oberfläche geschlossene kleine Blasen. Rein optisch sind sie eigentlich nicht störend. Aber Vorsicht! Heimtückisch, wie diese kleinen Monster eben sind, werden sie sich öffnen, sobald Feuchtigkeit dazukommt und tausende Poren kommen bei der Grundierung zum Vorschein, die Dich verzweifeln lassen. Also schleife den Untergrund in diesem Fall gründlich. Die Blasen müssen weg.

Löcher, Risse & Ausbrüche

Gründe für Rissbildungen und Erscheinungsbilder von Riss-Strukturen gibt es ja unglaublich viele. Und es gibt schon genug Menschen, die sich intensiv damit auseinandersetzen und ganze Bücher darüber schreiben. Überlassen wir also Anderen diese Wissenschaft und begnügen uns mit 2 Möglichkeiten.

Wenn Du nur vereinzelt sehr ausgeprägte, deutlich breitere, über 1 mm und vielleicht sogar mit leichtem Höhenversatz versehene Risse feststellst, deuten diese in der Regel auf Setz- oder Spannungsrisse hin. Sofern es sich nicht um gravierende bautechnische Fehlkonstruktionen handelt und sich diese Risse nicht weiter ausweiten, werden diese aller 20 bis 30 cm mit einem Diagonalschnitt im entgegengesetzten Anstellwinkel mit einer Trennscheibe eingeschnitten, Wellenverbinder eingelegt und anschliessend verharzt. Dafür nimmst Du entweder ein angebotenes Komplettset oder mischt Dir aus einem Grundierharz mit Aerosil (Stellmittel) eine joghurtartige Paste an. Das diagolale Einschneiden und Einlegen von Rissankern, bzw. Wellenverbindern ist meines Wissens nach nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Der eigenen Sicherheit halber würde ich hier aber nichts anbrennen lassen.

Wenn Du nun schon einmal dabei bist, Joghurt herzustellen, dann füllst Du damit in einem Abwasch auch gleich sichtbare Löcher, Schläge und leichte Vertiefungen aus.

Große Ausbrüche in Betonböden oder Zementestrichen solltest Du grundsätzlich nicht mit klassichen mineralischen Reparaturmörteln ausgleichen. Die Flankenhaftung wird nicht ausreichen und der Schrumpfeffekt werden Dir am nächsten Tag einen Strich durch die Rechnung machen. Es sei denn, Du verlegst einen schwimmenden Fertigboden, bei dem das doch relativ egal ist. Für alle anderen Böden füllst Du mit speziell entwickeltem Betonkleber auf. Diesen gibt es hier.

Riss-Harz im Set mit Wellenverbinder
Estrichklammern Wellenverbinder
Wellenverbinder
Stellmittel
Dosen, Kleinstgebinde für Grundierungen, Beschichtungen, Versiegelungen, Bindemittel, Verlegeharz, Harz uv-stabil
Grundierharz
Leereimer oval in verschiedenen Größen zum Umfüllen, Befüllen, Umtopfen, Aufbewahren
Leereimer

Sehr viele, kleine zarte, krakelenartige Risse, die über die ganze Fläche verteilt sind, deuten in der Regel auf Oberflächenspannungen hin. In diesem Fall bringen Rissaufweitungen und Einzelverharzungen nichts. Dein nachfolgendes Bodensystem gibt Dir eigentlich an dieser Stelle vor, ob Du mit einem starren, also klassischem Grundierharz arbeitest und vollflächig Gewebe einlegst oder mit einem elastischen Grundierharz eine rissüberbrückende Grundierung aufbringst.

Gefälle

Manchmal sind technisch oder vorschriftskonform Gefälle notwendig. Meistens trifft das in Aussenbereichen, wie Terrassen, Balkonen, Zugängen oder in Innenbereichen mit dauerhafter Wassereinwirkung oder direktem Bodenablaufsystem zu. Selbstnivilierende beziehungsweise selbsverlaufende Materialien funktionieren hier nicht.

Ist bereits bauseits ein Gefälle da, gilt es zu überprüfen, ob die gesamte Fläche die Ebenheitstoleranzen erfüllt. Leichte Vertiefungen und Unebenheiten können hier ebenfalls mit angedicktem Grundierharz beigespachtelt werden. Das leichte Beträufeln der Glättkelle mit Xylol erleichtert die Arbeit. Wenn die Unebenheiten größer sind, wird an Stelle von Aerosil auf Quarzmehl SLD zurückgegriffen und somit ein dünnflüssiger Mörtel hergestellt. Mit dem gleichen Material kannst Du auch Übergangs- und Keilspachtelungen ausführen.

Ist kein Gefälle oder sogar Gegengefälle vorhanden, wirst Du bei mineralischen Untergründen unter Beachtung der Möglichkeiten für den gesamten Bodenaufbau auf Spachtelmaterial für Gefälle zurückgreifen. Je nach Aufbauhöhe und vorgeschrieben Neigungswinkel bieten unterschiedliche Unternehmen gute Materialien an. Ardex, Mapei und Sopro sind da ganz weit vorn.

Fachlich korrekte, auf das nachfolgende Bodensystem abgestimmte Gefällespachtelungen herzustellen, ist nicht ohne. Das richtige Setzen von Lehren, saubere Gefälleübergänge an Flanken sind nur zwei von sehr vielen Detailpunkten, die dafür sprechen, so etwas echten Fachleuten zu überlassen. Gute Fliesen- oder Estrichleger sind da eigentlich sehr fit.

Boden- Wandanschlüsse

Dieser Artikelbereich ist verdammt wichtig und dennoch weit verbreitet unterschätzt.
Mit dem Boden endet meistens nicht die Arbeit. Oft werden Abschlüsse, Sockel usw. verlangt, die das Gesamtbild abrunden.

Die einfachste Aufgabe ist, wenn auf einem schwimmenden System ein Boden gelegt wird und sich der Kunde für eine Holzsockelleiste entscheidet. Hier deckt die Sockelleiste gut 1 cm vom Bodenrand ab und lässt Bodenabstände und Randdämmstreifen wie von Zauberhand verschwinden.

Mattversiegelung mit wässrigem Epoxidharz zur Reduzierung von Glanz- und Spiegelungseffekten

Schwieriger wird es, bei einem schwimmenden Estrich, der mit Randdämmstreifen ausgestattet ist, einen systemgleichen Sockel fachgerecht auszuführen. Bei Sockelsystemen mit Steinteppich mag es noch gehen, da die Stärke von ca. 6 mm meistens ausreicht, um eine Überdeckung zu erreichen. Bei fugenlosen, mineralischen Optiken oder bei Beschichtungs- und Beflockungssystemen wird es schon heftig. In normalen Bereichen empfehle ich, den Boden-/Wandanschluß mit A-Tec oder mit X-Seal als wartungsfreie Fuge auszuführen. Je nach optischen Ansprüchen kann dieses spezielle Fugenmaterial vor dem System eingebracht und überarbeitet oder als sichtbare Anschlußfuge zum Schluß gesetzt werden.

Technisch größte Herausforderung sind dauerhafte Nass- und Aussenbereiche. Eine zwingende Voraussetzung vor vollflächigen Abdichtungen sind das vorherige Einbringen von Dichtbändern und Dichtecken sowie Dichtmanschetten bei Rohr- und Kabeldurchführungen. Diese Vorkehrungen gelten für alle Bodensysteme. Oft beinhalten diese Arbeiten eine direkte Absprache mit anderen Gewerken, wie zum Beispiel Fliesenleger oder Putzer, wer so etwas ausführt und wie die weiteren Arbeitsschritte aussehen. Bist Du einzelbeauftragt, kommst Du in diesen Bereichen um einen Sockel prinzipiell nicht herum.

Die letzte Variante sind Anschlüsse als Hohl- oder Keilkehle, welche oft in Garagen, Tiefgaragen, Parkdecks, Lagern und gewerblichen Räumen abgefragt werden. Anschlußkehlen gibt es auf dem Markt als fertige Profile, die aber preislich in einer Region fern des Vertretbaren angesiedelt sind. Solche Kehlenprofile kommen demnach nur in Frage, wenn sie speziell ausgeschrieben sind.

Hohlkehlen und Keilkehlen stellst Du auch sicher und schnell selber her. Das funktioniert als elastische oder aber auch als starre Kehle.

Bei Rohböden als schwimmende Variante und auch bei Verbundböden wird das passende Grundierharz mit mittlerem Quarzsand vermengt. Als fertig angemischter Mörtel wird das Material nun in kleinen Haufen auf den Boden gegeben, mit der richtigen Kehlenkelle in die Ecke gepresst und der Länge nach geglättet. Wird die Kelle stets mit Xylol gereinigt, werden das Top-Anschlüsse.

Einzigster Unterschied zu schwimmenden Systemen ist, dass Du vor Anbringung der Kehle einen dünnen Dämm- oder Trennstreifen auf die Wand klebst, diesen nach Aushärtung der Kehle vom oberen Rand abschneidest und den kleinen Zwischenraum mit A-Tec abfugst. Somit bleibt der Boden schwimmend.

Xylol Verdünnung Glätthilfe Trennmittel
Xylol
Keilkehlenkelle Kanten abgeschraegt
Keilkehlenkelle
Hohlkehlenkelle Kanten abgeschraegt
Hohlkehlenkelle
Hohlkehlen-Eckkelle mit Kante
Hohlkehlen-Eckkelle mit Kante

Abschlüsse, Trenn- und Dehnfugen

Bei einigen Bodensystemen werden Profile für Sockelabschlüsse benötigt. So ein Klassiker ist ein Steinteppichsockel. Für alle Systeme gilt, dass baulich vorgeschriebene Trenn- und Dehnfugen immer übernommen werden. Ein gedankenfreies Überarbeiten ist ein „NoGo“, da Risse vorprogrammiert sind.
Es bietet sich demnach an, diese Profile im Vorfeld zu setzen, um damit Bereiche für Grundierarbeiten abzugrenzen oder bereits die richtige Aufbauhöhe zu erreichen. Ausserdem sparst Du Dir großflächige Schutzmaßnahmen.

Abschluß-, Übergangs- und Dehnfugenprofile gibt es eigentlich in jeder Art, Form und Variante für jeden Geschmack und alle technischen Anforderungen. Die bekanntesten seien hier genannt. Schlüter, Blanke, Dural und Gutjahr im Spezialprofilbereich sind würdige Vertreter und decken den Bedarf eigentlich hervorragend ab.

Als ganz heissen Tipp: Wir setzen seit vielen Jahren Profile mit der Döllken-Heissklebepistole. Ein unverwüstliches Gerät mit der die Arbeit schnell und zuverlässig von der Hand geht.

Heissklebepistole HKP 220
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Kabeltrommel Pro 230V
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Grundieren

Grundierung im Roll- oder Schiebeverfahren

Sind die gröbsten Vorbereitungen endlich erledigt, können die eigentlichen Arbeiten endlich beginnen.
Die einfachste Form ist die Grundierung mit einer Grundierwalze oder einem Gummischieber. Dieses Verfahren wendest Du an, wenn entweder der Rohboden relativ eben ist, das Folgesystem keine spiegelglatte, ebene Fläche benötigt oder die Ebenheitsanforderungen nicht so hoch sind.

Je nach Bodenbelag werden in die frische Grundierung Quarzsande abgetreut, um eine griffige Oberfläche zu erhalten (trifft zum Beispiel bei Steinteppichen zu) oder eben so glatt gelassen und innerhalb einer zeitlich beschränkten Zeit überarbeitet.

Grundierungen werden immer auf den jeweiligen Rohboden abgestimmt. In unserem Bereich Grundierungen findest Du Material für normal saugende Untergründe, kritische und restfeuchte Untergründe und sogar für schwierige Untergründe, wie Holz und Verlegeplatten oder Gussasphalt. Natürlich sind auch Schnellgrundierungen, Haftgrundierungen unter Parkettböden, Laminat, Kork usw. erhältlich. Aber auch emissionsarme Produkte, wie z.B. für Kindergärten, Lebensmittelbereiche oder Krankenhäuser füllen das Angebots-Programm.

Grundierwalze ungepolstert Flor-18 Vestan
Grundierwalze
Steckbuegel Ø 8mm Profi
Heissklebepistole HKP 2.0 E
Heizkoerperpinsel Einweg
Einweg-Pinsel
Gummischieber Standard
Gummischieber

Grundierung als Kratzspachtelung

Um Deinen Untergrund perfekt gerade hinzubekommen, wendest Du als zuletzt genannte Variante die Kratzspachtelung an.
Nach dem Anmischen wird das Material direkt auf den Untergrund gegossen und mit einer Zahnrakel oder Zahntraufel gleichmäßig verteilt. Ist der Untergrund sehr uneben, wird der Grundierung Füllmaterial beigemischt, wie z.B. Quarzmehl SLD. Dieser Füllstoff sorgt für mehr Volumen, spart Geld und setzt sich nach kurzer Zeit nach unten ab.

Ausgleichende Grundierschichten sind selbstverlaufend und werden nicht abgestreut. Wird eine griffige Oberfläche benötigt, muss im Rahmen der Überarbeitungszeit im Rollverfahren nachgrundiert und abgestreut werden. Bei großen Flächen solltest Du auf Rapid-Systeme verzichten.

Rakel mit Klemmleiste mit Stielhalter zur Aufnahme von Zahnleisten
Zahnrakel
Zahnleiste
Zahntraufel mit Rechteckzahnung
Zahntraufel Rechteckzahnung
Zahntraufel mit Spitzzahnung
Zahntraufel Spitzzahnung